Der Notar in Spanien ist nicht dasselbe wie ein Notar in Deutschland. Wer das nicht weiß, erwartet entweder zu viel oder zu wenig. Hier ist die ehrliche Beschreibung dessen, was der spanische Notar beim Immobilienkauf tut — und was er ausdrücklich nicht tut.
Was der spanische Notar tut
Der Notar in Spanien ist ein öffentlicher Urkundsbeamter. Seine Hauptaufgabe beim Immobilienkauf: Er beurkundet die Escritura de Compraventa — die notarielle Kaufurkunde. Das bedeutet, er stellt sicher, dass der Vertrag den gesetzlichen Formvorschriften entspricht, dass Käufer und Verkäufer rechtlich handlungsfähig sind, und dass die Willenserklärungen beider Parteien korrekt dokumentiert werden.
Er verliest den Vertrag — auf Spanisch — und erklärt die wesentlichen Punkte. Wer kein Spanisch versteht, braucht einen vereidigten Übersetzer, der bestätigt, dass der Käufer den Inhalt verstanden hat. Der Notar kontrolliert auch, ob die NIE korrekt angegeben ist, ob der Güterstand der Käufer korrekt angegeben ist, und ob eine eventuell bestehende Hypothek des Verkäufers gelöscht wird.
Was der spanische Notar nicht tut
Das ist der entscheidende Unterschied zu Deutschland. Der spanische Notar prüft nicht die rechtliche Legalität der Immobilie. Er prüft nicht, ob alle Gebäude genehmigt sind. Er prüft nicht, ob der Kaufpreis marktgerecht ist. Er prüft nicht, ob eine Hypothek des Verkäufers tatsächlich gelöscht ist — er koordiniert das, aber die Verantwortung für die vollständige Prüfung liegt beim Käufer und seinem Anwalt.
Der Notar vertraut den vorgelegten Dokumenten. Wenn die Escritura einen Pool enthält, der nicht eingetragen ist, und niemand das vorher geprüft hat, beurkundet der Notar den Kauf trotzdem. Das ist der Grund, warum ein eigener Anwalt beim spanischen Immobilienkauf keine Option ist, sondern eine Notwendigkeit.
Der Unterschied zum deutschen Notar
In Deutschland hat der Notar eine ausgedehntere Beratungspflicht gegenüber beiden Parteien. Er erklärt die Risiken, weist auf rechtliche Probleme hin und fungiert stärker als neutraler Berater. In Spanien ist die Rolle des Notars enger definiert — er ist Urkundsbeamter, kein Interessenwahrnehmer. Die Interessenvertretung liegt beim eigenen Anwalt.
Wer aus Deutschland kommt und erwartet, dass der Notar die Transaktion „absichert“, wird nach dem Kauf möglicherweise feststellen, dass er sich zu sehr darauf verlassen hat. Die Sicherheit kommt aus der anwaltlichen Due Diligence — nicht aus dem Notartermin.
Wer zahlt den Notar?
Traditionell zahlt der Käufer die Notargebühren. Sie sind gesetzlich geregelt und richten sich nach dem Kaufpreis. Bei einem mittelgroßen Finca-Kauf bewegen sie sich im Bereich einiger hundert bis einiger tausend Euro. Sie gehören zu den Nebenkosten, die beim Budget von Anfang an einzuplanen sind.
Du hast Fragen zum Notartermin und möchtest wissen, was dich erwartet? Schreib uns — wir können dich mit Anwälten verbinden, die den Prozess vollständig begleiten und am Notartermin dabei sind.
Rechtlicher Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Angaben. Gesetze, Vorschriften und Marktbedingungen können sich jederzeit ändern. Wir empfehlen, vor jeder Entscheidung einen spezialisierten Rechtsanwalt, Steuerberater oder Architekten vor Ort zu konsultieren. Villas y Fincas Mallorca verfügt über ein Netzwerk erfahrener Fachleute im Südosten Mallorcas und stellt auf Wunsch gerne den Kontakt her.