Wer in Spanien legal touristisch vermietet, muss seine Gäste innerhalb einer bestimmten Frist nach der Anreise bei der zuständigen Polizeibehörde melden. Diese Pflicht gilt für alle, die unter die ETV-Lizenz fallen — und sie wird in den letzten Jahren strenger kontrolliert.
Die Gästemeldepflicht überrascht viele deutsche Eigentümer. In Deutschland ist die Anmeldung in Hotels über den Meldeschein bekannt, aber dass dieselbe Pflicht für Ferienvermietungen gilt — und an die Polizei direkt geht — ist weniger bekannt. Hier eine sachliche Übersicht.
Was die Meldepflicht ist
Bei jedem Gast, der in einer offiziell touristisch vermieteten Immobilie übernachtet, müssen bestimmte personenbezogene Daten erfasst und an die zuständige Sicherheitsbehörde übermittelt werden — in Spanien je nach Region die Policía Nacional oder die Guardia Civil. Die Übermittlung erfolgt elektronisch über ein staatliches Portal.
Diese Pflicht gilt unabhängig davon, ob der Gast eine Nacht oder mehrere Wochen bleibt, ob er aus Deutschland, Schweden oder den USA kommt, ob es ein Erwachsener oder ein Kind ist. Jeder Gast wird einzeln erfasst.
Welche Daten erfasst werden
Typischerweise: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Nationalität, Ausweis- oder Passnummer, Geschlecht, Anreisedatum. In einigen Konstellationen kommen weitere Daten hinzu — etwa zur Bezahlungsart oder zur Reisegruppe. Welche Daten konkret erforderlich sind, kann sich ändern; aktuell solltest du das mit deinem Property-Manager oder Gestor klären.
Was viele nicht wissen: Die Datenerhebung erfolgt schon bei der Buchung, nicht erst bei der Ankunft. Das hat den praktischen Vorteil, dass die Daten vorbereitet sind, wenn der Gast eintrifft — und nicht erst dann gesammelt werden müssen.
Wie die Übermittlung funktioniert
Die Meldung erfolgt elektronisch über ein staatliches Portal, das die spanische Polizei zur Verfügung stellt. Eigentümer können sich registrieren und die Meldungen selbst vornehmen, oder einen professionellen Dienstleister damit beauftragen.
In der Praxis nutzen die meisten Eigentümer, die nicht ständig vor Ort sind, einen Property-Manager oder einen spezialisierten Service, der die Meldungen für sie übernimmt. Das ist nicht nur bequemer, sondern auch sicherer — die Fristen und technischen Anforderungen sind nicht trivial.
Was passiert bei Verstößen
Die Nichtmeldung von Gästen ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeldern belegt werden kann. Die Höhe variiert je nach Schwere und Häufigkeit, kann aber erheblich sein. Wer regelmäßig vermietet und die Meldepflicht ignoriert, läuft Gefahr, dass sich Bußgelder zu spürbaren Beträgen summieren.
Was außerdem passiert: Die Polizei nutzt die Daten der Meldepflicht im Rahmen ihrer Sicherheitsarbeit. Inserate auf Plattformen ohne entsprechende Meldungen fallen bei Kontrollen schneller auf — das Zusammenspiel zwischen Plattformen, Tourismusbehörde und Polizei wird in den letzten Jahren immer enger.
Was die Meldepflicht nicht ist
Sie ist keine Schikane gegen Eigentümer. Sie ist ein etabliertes System, das auch in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben gilt. Die Logik dahinter: Spanien führt Statistik über Touristen, identifiziert bei Bedarf bestimmte Personen und nutzt die Daten für Sicherheitszwecke.
Sie ist auch nicht etwas, was du im Alleingang nebenbei erledigen solltest. Wer professionell vermietet, baut die Meldepflicht von Anfang an in seinen Prozess ein — entweder über einen Property-Manager, über einen Gestor oder über ein technisches System, das die Meldungen automatisiert.
Checkliste vor dem ersten Gast
Ist die Immobilie im staatlichen Portal als Beherbergungsbetrieb registriert? Hat der Verantwortliche (Eigentümer, Property-Manager oder beauftragter Dienstleister) Zugang zum Portal? Ist klar, wer die Meldungen vornimmt und in welcher Frist? Werden die erforderlichen Daten bereits bei der Buchung erfasst? Werden die Belege für eine eventuelle Kontrolle aufbewahrt? Gibt es einen Backup-Prozess für den Fall, dass der zuständige Dienstleister ausfällt?
Wer alle diese Punkte mit „ja“ beantworten kann, ist gut aufgestellt. Wer nicht, sollte die Lücken vor dem ersten Gast schließen.
Was wir bei VFM empfehlen
Wenn du eine Immobilie mit gültiger ETV-Lizenz erwirbst, beauftrage von Anfang an einen Property-Manager oder einen Gestor mit der Meldepflicht. Versuche nicht, das aus Deutschland nebenbei zu erledigen — die Risiken sind zu hoch, der Aufwand zu unterschätzt. Eine professionelle Begleitung kostet wenig im Verhältnis zu den potenziellen Bußgeldern bei Versäumnissen.
Du planst die Vermietung einer Immobilie und willst die Meldepflicht von Anfang an sauber organisieren? Wir verbinden dich mit Property-Managern und Gestores, die das Thema im Schlaf beherrschen.
Rechtlicher Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Angaben. Gesetze, Vorschriften und Marktbedingungen können sich jederzeit ändern. Wir empfehlen, vor jeder Entscheidung einen spezialisierten Rechtsanwalt, Steuerberater oder Architekten vor Ort zu konsultieren. Villas y Fincas Mallorca verfügt über ein Netzwerk erfahrener Fachleute im Südosten Mallorcas und stellt auf Wunsch gerne den Kontakt her.