Am Tag der Escritura zahlst du den Restbetrag des Kaufpreises auf Mallorca fast immer per Bankscheck (cheque bancario conformado) — also einem von der Bank ausgestellten und garantierten Scheck. Eine normale Banküberweisung am selben Tag akzeptieren spanische Verkäufer nur in Ausnahmefällen, weil sie bei größeren Beträgen erst Stunden später auf dem Empfängerkonto ankommt und der Verkäufer die Schlüssel nicht herausgeben will, bevor er das Geld sicher hat.
Klingt altmodisch, ist aber spanische Standardpraxis und in zwanzig Jahren bei uns im Südosten in über neunundneunzig Prozent der Fälle so abgewickelt worden. Wer das nicht weiß, steht am Tag der Escritura mit einer Überweisungsbestätigung in der Hand und einem Notar, der den Kopf schüttelt.
Was ist ein cheque bancario conformado?
Es ist ein von der Bank selbst ausgestellter Scheck, bei dem der entsprechende Betrag bereits von deinem Konto abgebucht und auf einem internen Bankkonto reserviert wurde. Der Empfänger kann sicher sein, dass der Scheck gedeckt ist — die Bank haftet dafür. Genau deshalb ist er so beliebt: Er kombiniert die Sofortverfügbarkeit eines Schecks mit der Sicherheit einer Überweisung.
Wo bekomme ich den Bankscheck?
Bei deiner spanischen Bank, bei der dein Geld bereits liegt. Das bedeutet zwei Dinge: Du brauchst rechtzeitig vor der Escritura ein spanisches Konto, und du musst das Geld dort rechtzeitig haben. «Rechtzeitig» heißt nicht «zwei Tage vorher» — es heißt mindestens eine Woche, eher zwei.
Aus der Praxis: Internationale Überweisungen aus Deutschland brauchen je nach Bank ein bis fünf Werktage. Bei Beträgen über fünfzigtausend Euro stellen viele spanische Banken zusätzliche Fragen, fordern Belege zur Mittelherkunft an oder machen Compliance-Checks, die nochmal Tage kosten können. Wer hier zu knapp plant, verschiebt im schlimmsten Fall die Escritura — und das mag der Verkäufer gar nicht.
Wie viele Schecks brauche ich?
Mindestens einen für den Verkäufer. Oft aber mehrere: Einen Hauptscheck für den Verkäufer in Höhe des Restbetrags, einen Scheck an die Bank, falls der Verkäufer noch eine Hypothek auf der Immobilie hat (die direkt am Notartermin abgelöst wird), eventuell einen Scheck für die Vermittlungsprovision der Agentur, manchmal Schecks an Dritte für Sondervereinbarungen.
Was viele unterschätzen: Diese Aufteilung muss vor dem Termin mit deinem Anwalt geklärt sein. Der Notar wird dich am Tag X fragen, wie du den Kaufpreis aufteilen willst — und wenn du dann noch nachdenkst, hast du die Vorbereitung verschlafen.
Was kostet die Ausstellung?
Die Gebühren variieren je nach Bank, liegen aber meistens bei 0,3 bis 0,5 Prozent der Schecksumme — manchmal mit Mindestgebühr, manchmal mit Höchstgrenze. Bei einem Scheck über 800.000 Euro können das also locker zweitausend bis viertausend Euro nur für die Ausstellung sein. Diesen Posten vergessen viele Käufer in ihrer Kalkulation.
Tipp aus der Praxis: Frag bei deiner Bank vorher konkret nach den Konditionen für Bankschecks und verhandele wenn möglich. Bei Premium-Kunden sind hier oft Reduktionen drin.
Wann hole ich den Scheck ab?
In der Regel am Vortag der Escritura oder am Morgen des Termintags selbst. Die Bank stellt den Scheck nur an dich persönlich aus — du musst also physisch in der Filiale erscheinen, mit Ausweis. Wer am Tag X zur Notarin will, holt vorher den Scheck ab. Klingt simpel, geht aber regelmäßig schief, wenn jemand seine Reise zu knapp plant.
Was wir Käufern empfehlen: Plant einen Tag Puffer ein. Wer aus Deutschland einfliegt, sollte mindestens einen Tag vor der Escritura in Mallorca sein, nicht am selben Morgen.
Gibt es Alternativen zum Bankscheck?
Theoretisch ja. Die Orden de Movimiento de Fondos (OMF) ist eine sofortige Geldbewegung zwischen zwei Konten innerhalb derselben Bank — eine Art Express-Überweisung. Wenn Käufer und Verkäufer beide bei derselben spanischen Bank sind, geht das. Selten der Fall, kommt aber vor.
Eine internationale Sofortüberweisung (SEPA Instant) wird zunehmend akzeptiert, ist aber bei größeren Beträgen oft betraglich begrenzt und für viele Verkäufer noch ungewohnt. Bargeld ist bei den hier üblichen Beträgen rechtlich schlicht nicht erlaubt — die Obergrenzen für Barzahlungen in Spanien sind streng.
Was passiert mit dem Scheck am Notartermin?
Du übergibst ihn dem Verkäufer im Beisein des Notars. Der Notar protokolliert die Übergabe in der Urkunde. Der Verkäufer prüft kurz, dass alles korrekt ist, übergibt dir die Schlüssel — und ab diesem Moment ist die Immobilie deine. Der Scheck wird vom Verkäufer in den nächsten Tagen bei seiner Bank eingelöst.
Mal ehrlich: Es ist einer der seltsamsten Momente im ganzen Prozess. Du hast wochenlang verhandelt, geprüft, unterschrieben — und am Ende hängt alles an einem Stück Papier, das du jemandem über den Tisch reichst. Aber genau so läuft es in Spanien, und es funktioniert seit Jahrzehnten zuverlässig.
Brauchst du Unterstützung bei der Vorbereitung deines Notartermins oder bist unsicher, wie du den Scheck aufteilen sollst? Schreib uns — wir begleiten Käufer bei diesem Schritt seit zwanzig Jahren und kennen jede Variante.
Rechtlicher Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Angaben. Gesetze, Vorschriften und Marktbedingungen können sich jederzeit ändern. Wir empfehlen, vor jeder Entscheidung einen spezialisierten Rechtsanwalt, Steuerberater oder Architekten vor Ort zu konsultieren. Villas y Fincas Mallorca verfügt über ein Netzwerk erfahrener Fachleute im Südosten Mallorcas und stellt auf Wunsch gerne den Kontakt her.