Die Notariatsgebühren sind bezahlt, die Escritura ist unterschrieben, die Schlüssel sind übergeben. Dann kommt das erste Jahr als Immobilienbesitzer auf Mallorca — und mit ihm eine Reihe von Rechnungen, mit denen viele nicht gerechnet haben. Nicht weil sie überraschend hoch wären, sondern weil sie überraschend viele sind und zu verschiedenen Zeiten des Jahres kommen.
Hier ein ehrlicher Überblick darüber, was dich im ersten Jahr erwartet — ohne Zahlen, die morgen veraltet sind, aber mit den Kategorien, die du kennen musst.
IBI: Die Grundsteuer
Die IBI (Impuesto sobre Bienes Inmuebles) ist die spanische Grundsteuer und wird jährlich von der Gemeinde erhoben. Basis ist der Katasterwert der Immobilie — nicht der Kaufpreis. Die Gemeinden haben einen gewissen Spielraum beim Steuersatz, weshalb die IBI je nach Municipio unterschiedlich ausfällt.
Wichtig: Im Jahr des Kaufs kann es sein, dass die IBI noch auf den Verkäufer ausgestellt wurde, weil der Stichtag für die Jahressteuer vor dem Kauf lag. Wer das bezahlt hat, ist vertraglich geregelt — aber wer nichts vereinbart hat, kann im ersten Jahr eine böse Überraschung erleben. Das ist ein Punkt, der im Kaufprozess mit dem Anwalt geklärt werden muss.
Müllgebühren (Tasa de Basuras)
Auf Mallorca gibt es eine jährliche Müllgebühr, die je nach Gemeinde und Immobilientyp variiert. Für Fincas auf dem Land ist die Abholung oft nicht direkt vor der Tür — man bringt den Müll zu einem Container an der Straße. Die Gebühr fällt trotzdem an. Sie wird per Lastschrift vom spanischen Bankkonto eingezogen, also: Konto einrichten, Lastschrift einrichten, fertig.
Strom und Wasser
Strom- und Wasserrechnung kommen monatlich oder zweimonatlich — je nach Anbieter und Tarif. Wer eine Finca mit Brunnen hat, zahlt für das Wasser möglicherweise weniger oder nichts, trägt dafür aber die Kosten für Pumpe und Wartung selbst. Wer am Netz hängt, zahlt einen Grundpreis plus Verbrauch. Bei einer ungenutzten Finca im Winter bleibt der Grundpreis — Strom abmelden und wieder anmelden ist in der Praxis mit Aufwand verbunden und lohnt sich selten.
Comunidad de Propietarios
Wer in einer Urbanización oder einem Gebäude mit gemeinschaftlichen Flächen kauft, zahlt monatliche oder vierteljährliche Comunidad-Beiträge. Bei einer freistehenden Finca auf eigenem Grund entfällt das in der Regel — es sei denn, es gibt eine gemeinsame Zufahrt oder gemeinschaftliche Infrastruktur. Das sollte vor dem Kauf klar sein.
Modelo 210: Steuer für Nicht-Residenten
Als Nicht-Resident mit Immobilie in Spanien zahlt man jährlich das Modelo 210 — die fiktive Mieteinnahmesteuer auf eine Immobilie, die nicht vermietet wird. Sie wird einmal im Jahr fällig und wird in der Regel vom Gestor erledigt. Wer keinen Gestor hat, muss das selbst einreichen — und wer es vergisst, riskiert Nachzahlungen und Zinsen.
Hausversicherung
Keine gesetzliche Pflicht, aber praktisch unverzichtbar. Eine Hausversicherung auf Mallorca sollte Gebäude und Inhalt abdecken, und wer eine Finca hat, sollte auf Zusatzpositionen wie Poolanlagen, Nebengebäude und Haftpflicht achten. Viele deutsche Käufer schließen die Versicherung noch am Tag der Escritura ab — sinnvoll, denn ab diesem Moment trägt man das Risiko.
Property Management, wenn man nicht vor Ort ist
Wer die Finca nicht dauerhaft bewohnt, braucht jemanden, der ein Auge drauf hat — Rohbruch, Einbruch, Schäden nach einem Sturm. Property Management ist kein Luxus, sondern Risikomanagement. VFM bietet diesen Service an, weil wir täglich im Dorf sind und direkt reagieren können. Das ist der Unterschied zu einer Servicezentrale in Palma.
Du fragst dich, wie hoch die laufenden Kosten für deine konkrete Immobilie im Südosten Mallorcas wären? Schreib uns — wir können auf Basis der Objektdaten eine realistische Einschätzung geben.
Rechtlicher Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Angaben. Gesetze, Vorschriften und Marktbedingungen können sich jederzeit ändern. Wir empfehlen, vor jeder Entscheidung einen spezialisierten Rechtsanwalt, Steuerberater oder Architekten vor Ort zu konsultieren. Villas y Fincas Mallorca verfügt über ein Netzwerk erfahrener Fachleute im Südosten Mallorcas und stellt auf Wunsch gerne den Kontakt her.