{"id":63832,"date":"2026-05-06T09:01:00","date_gmt":"2026-05-06T07:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/villasyfincasmallorca.com\/?p=63832"},"modified":"2026-06-21T13:17:31","modified_gmt":"2026-06-21T11:17:31","slug":"fiktive-mieteinnahme-auf-mallorca-warum-du-steuern-zahlst-ohne-zu-vermieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/villasyfincasmallorca.com\/de\/fiktive-mieteinnahme-auf-mallorca-warum-du-steuern-zahlst-ohne-zu-vermieten\/","title":{"rendered":"Fiktive Mieteinnahme auf Mallorca: Warum du Steuern zahlst, ohne zu vermieten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ja, du zahlst in Spanien Steuern auf deine Mallorca-Immobilie, auch wenn du sie ausschlie\u00dflich selbst nutzt und nie einen Cent Miete einnimmst.<\/strong> Das ist die sogenannte fiktive Mieteinnahme oder <em>Renta Imputada<\/em> \u2014 und sie \u00fcberrascht praktisch jeden deutschen K\u00e4ufer beim ersten Steuerbescheid. Es klingt absurd: Eine Steuer auf etwas, das du nicht bekommst. Aber so funktioniert das spanische System, und es ist wichtig, das zu verstehen, bevor du kaufst.<\/p>\n<p>Mal ehrlich: In Deutschland gibt es so etwas in dieser Form nicht. Deshalb f\u00e4llt der Groschen oft erst, wenn der Steuerberater den ersten Modelo 210 vorlegt und der Eigent\u00fcmer fragt: &#8222;Aber ich habe doch gar nichts vermietet \u2014 wof\u00fcr ist das?&#8220;<\/p>\n<h2>Die Logik hinter der fiktiven Mieteinnahme<\/h2>\n<p>Das spanische Finanzamt geht von folgender Annahme aus: Wenn du eine Immobilie besitzt, die du nicht st\u00e4ndig bewohnst (also nicht dein Hauptwohnsitz ist), k\u00f6nntest du sie theoretisch vermieten. Du w\u00fcrdest dann Mieteinnahmen erzielen, auf die du Steuern zahlen m\u00fcsstest. Damit Eigent\u00fcmer, die ihre Zweitwohnung selbst nutzen oder leer stehen lassen, nicht steuerlich besser gestellt werden als die, die vermieten, gibt es die fiktive Mieteinnahme.<\/p>\n<p>Die Idee dahinter ist also: Du wirst so behandelt, als h\u00e4ttest du theoretisch einen kleinen Teil des Werts deiner Immobilie als Einkommen erzielt \u2014 selbst wenn das in Wirklichkeit nicht der Fall ist.<\/p>\n<h2>Wie wird die fiktive Mieteinnahme berechnet?<\/h2>\n<p>Die Berechnung basiert wieder auf dem Katasterwert (Valor Catastral). Vereinfacht gesagt wird ein bestimmter Prozentsatz dieses Werts als fiktives Jahreseinkommen angesetzt. Auf dieses fiktive Einkommen wird dann der Einkommensteuersatz f\u00fcr Nicht-Residenten angewendet.<\/p>\n<p>Der Prozentsatz richtet sich danach, wie aktuell der Katasterwert ist. Gemeinden, in denen der Wert in den letzten Jahren \u00fcberpr\u00fcft und aktualisiert wurde, haben in der Regel einen niedrigeren Prozentsatz. Gemeinden mit veralteten Katasterwerten haben einen h\u00f6heren \u2014 eine Art Ausgleich f\u00fcr die Tatsache, dass der Wert dort wahrscheinlich zu niedrig angesetzt ist.<\/p>\n<p>Was bedeutet das in der Praxis? Die fiktive Mieteinnahme ist meistens \u00fcberschaubar. Bei einer typischen Immobilie im S\u00fcdosten Mallorcas reden wir von einer j\u00e4hrlichen Steuerlast, die sich oft im niedrigen drei- bis vierstelligen Bereich bewegt. Es ist kein Killer \u2014 aber es ist auch nicht null.<\/p>\n<h2>Wann f\u00e4llt die fiktive Mieteinnahme an?<\/h2>\n<p>Sie f\u00e4llt immer dann an, wenn die folgenden Bedingungen zutreffen: Du bist Nicht-Resident in Spanien, du besitzt eine Immobilie auf Mallorca, und diese Immobilie ist nicht dein steuerlicher Hauptwohnsitz. Sie f\u00e4llt f\u00fcr die Zeitr\u00e4ume an, in denen die Immobilie nicht vermietet ist \u2014 also f\u00fcr leerstehende Monate genauso wie f\u00fcr Monate, in denen du selbst dort wohnst.<\/p>\n<p>Wenn du einen Teil des Jahres vermietest und einen Teil leer l\u00e4sst oder selbst nutzt, wird das pro Tag oder Monat berechnet: F\u00fcr die vermieteten Tage gilt die echte Mieteinnahmesteuer, f\u00fcr die \u00fcbrigen Tage die fiktive.<\/p>\n<h2>Wird die fiktive Mieteinnahme j\u00e4hrlich erkl\u00e4rt?<\/h2>\n<p>Ja. Sie wird \u00fcber das Modelo 210 erkl\u00e4rt \u2014 dasselbe Formular, das auch f\u00fcr echte Mieteinnahmen genutzt wird. Die Frist liegt im Folgejahr. Das bedeutet: Die Steuer f\u00fcr das Jahr, in dem du gekauft hast, wird im Jahr danach f\u00e4llig. Wer diese Frist verpasst, riskiert Verzugszinsen und Strafzuschl\u00e4ge.<\/p>\n<p>Aus der Praxis: Die meisten unserer deutschen Kunden im S\u00fcdosten \u00fcberlassen das Modelo 210 ihrem spanischen Gestor oder Steuerberater. Es ist eine relativ schlanke Erkl\u00e4rung, aber sie muss korrekt eingereicht werden \u2014 und sie muss eingereicht werden, auch wenn die Steuerlast gering ausf\u00e4llt.<\/p>\n<h2>Kann ich das umgehen?<\/h2>\n<p>Nein. Die fiktive Mieteinnahme ist gesetzlich vorgeschrieben f\u00fcr alle Nicht-Residenten mit Immobilieneigentum in Spanien. Es gibt keine legale M\u00f6glichkeit, sie zu umgehen. Was es gibt, ist die Wahl, wie du dich steuerlich aufstellst: Wenn du Steuerresident in Spanien wirst (mehr als 183 Tage pro Jahr in Spanien), greift ein anderes Regelwerk, und die Immobilie kann unter Umst\u00e4nden als Hauptwohnsitz gelten \u2014 was die fiktive Mieteinnahme entfallen l\u00e4sst. Aber das ist eine grundlegende Lebensentscheidung mit weitreichenden Konsequenzen, nicht nur eine steuerliche Optimierung.<\/p>\n<h2>Was du als K\u00e4ufer planen solltest<\/h2>\n<p>Aus 20 Jahren Erfahrung mit deutschen K\u00e4ufern wissen wir, dass die fiktive Mieteinnahme der h\u00e4ufigste &#8222;Ach so?&#8220;-Moment im ersten Jahr nach dem Kauf ist. Niemand mag sie, aber sie ist Teil der j\u00e4hrlichen Kosten. Plane sie ein, kalkuliere sie zusammen mit der IBI in deine Unterhaltskosten ein, und such dir einen Gestor, der das Modelo 210 f\u00fcr dich \u00fcbernimmt.<\/p>\n<h2>Brauchst du Hilfe bei der Steuerplanung deiner Mallorca-Immobilie?<\/h2>\n<p>Wir arbeiten seit Jahren mit Steuerberatern zusammen, die sich auf deutsche Eigent\u00fcmer im S\u00fcdosten spezialisiert haben und das Modelo 210 routinem\u00e4\u00dfig betreuen. Schreib uns \u2014 wir bringen dich mit den richtigen Leuten zusammen, bevor du den ersten Bescheid bekommst.<\/p>\n<p><small>Rechtlicher Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschlie\u00dflich der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Trotz sorgf\u00e4ltiger Recherche \u00fcbernehmen wir keine Gew\u00e4hr f\u00fcr Richtigkeit, Vollst\u00e4ndigkeit oder Aktualit\u00e4t der Angaben. Gesetze, Vorschriften und Marktbedingungen k\u00f6nnen sich jederzeit \u00e4ndern. Wir empfehlen, vor jeder Entscheidung einen spezialisierten Rechtsanwalt, Steuerberater oder Architekten vor Ort zu konsultieren. Villas y Fincas Mallorca verf\u00fcgt \u00fcber ein Netzwerk erfahrener Fachleute im S\u00fcdosten Mallorcas und stellt auf Wunsch gerne den Kontakt her.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, du zahlst in Spanien Steuern auf deine Mallorca-Immobilie, auch wenn du sie ausschlie\u00dflich selbst nutzt und nie einen Cent Miete einnimmst. Das ist die sogenannte fiktive Mieteinnahme oder Renta Imputada \u2014 und sie \u00fcberrascht praktisch jeden deutschen K\u00e4ufer beim ersten Steuerbescheid. Es klingt absurd: Eine Steuer auf etwas, das du nicht bekommst. 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